Naschen & Nagen - Von Kauartikeln und Leckerli

Die kleine Belohnung zwischen durch, Trainingstool, Knabberspaß und Verwöhnprogramm – Leckerli gehören zum Alltag von Hunde- und Katzenbesitzerinnen einfach dazu. Doch wie bei allem essbaren gibt es auch hier große Unterschiede. Daher heute mal ein kleiner Ausflug in die Welt der Leckereien.

Leckerli

Man kann eigentlich mit allem trainieren, auch mit frischem Barf. Auch sehr gerne genommen wird eigentlich von allen Hunden Käse und für die erlesenen Geschmäcker geht sogar gepoppter Harzer (soll auch bei den Leckermäulern helfen, die sich an den Hinterlassenschaften anderer Tiere vergnügen – einfach Käse in kleine Quadrate schneiden und diese ca. 2 Tage an der Luft auf Backpapier, nicht in Reichweite der Hunde (!), trocken lassen. Das Backpapier auf den Ofenrost ziehen und in den Ofen (200° Ober/Unterhitze vorgeheizt) – in wenigen Minuten poppen die Stücke und du kannst sie rausnehmen).

Falls etwas auf die Linie geachtet werden muss, kann man Hunde auch mit Gurken- oder Möhrenstücken belohnen, oder so wie bei meinem verrückten Barf-Feinschmecker, mit Brokkoli, Banane oder Apfelstückchen trainieren 🙂 Weil das alles aber nicht in allen Situationen so praktisch ist, hilft es, ein paar sinnvolle, trockene Leckerli zur Hand zu haben. Hier bietet der Markt hochwertige gedörrte Produkte an (Fleisch, Lunge, Fisch, Herzen usw.) die man auch leicht selbst machen kann, mit einem Dörrautomaten oder sogar im Backofen. Gibt’s im Februar ja sogar welche zur Buchung dazu. Anderes selbstgemachtes geht zum Beispiel mit Backmatten, dazu unten ein Link. Aber auch ohne die praktischen Silikonmatten finden sich tolle Rezepte zum Nachmachen im Netz.

Ohne jetzt hier die einschlägigen Namen zu nennen, muss man leider feststellen, dass vieles von dem, was an Leckerli angeboten wird, auf Deutsch gesagt ziemlicher Mist ist. Da gibt es Dinge mit 8% ominösen tierischen Bestandteilen, der Rest ist irgendwas Anderes, was so in der Lebensmittelindustrie übriggeblieben ist. Manche haben so viel Salz, das würde einem erwachsenen Menschen über den Tag reichen. Da gibt es Teile, die kommen bei einem Preis auf 100 g raus, da könnte man auch feinste Kalbsleber direkt füttern, mit Kaviartopping.  

Euch bleibt nur der Blick auf die Inhaltsstoffe. Die Liste sollte möglichst kurz sein – im Idealfall steht da EINE Zutat und zwar 100% Fleisch! Tierische Nebenerzeugnisse sind immer ein Sammelbecken für alles Mögliche (gutes und weniger gutes) aber im Leckerli-Bereich sehr verbreitet. Getreide, Soja, Hülsenfrüchte werden gerne benutzt, um die Teile in lustige Formen zu bringen, muss aber auch nicht sein. Und vor allem solltet ihr Euch überlegen, ob ihr euren Tieren Konservierungs- und Farbstoffe, sowie Geschmacksverstärker etc. geben möchtet. Wer jetzt sagt: „Ist mir egal, sind ja nur Leckerli“ kann das natürlich tun, wie immer sind das hier nur gut gemeinte Hinweise. Es gibt aber viele, konventionelle Leckerli, die genau diese Kriterien erfüllen und wen man einfach ein bisschen drauf achtet ist schon viel gewonnen.   

Die Regale sind wahnsinnig voll mit Kauartikeln (vor allem für Hunde), die im Farbenspiel von allen Braunschattierungen bis hin zu den wildesten bunten Farben und grellem weiß reichen. Erster Merksatz: Gebleichtes und Gefärbtes darf im Laden bleiben! Ich erspare euch jetzt detaillierte Ausführungen zum Herstellungsprozess mit Chemikalien aller Art. Wichtig ist – das was da hängt hat überhaupt keinen Mehrwert für eure Tiere. Selbst das Kauvergnügen wiegt nicht die diversen, teilweise schädlichen, Stoffe auf, die so in den Hund gelangen.

Kauartikel

Besser, und auch BARF freundlicher, sind da einfach naturbelassenene, getrocknete Teile vom Tier. Ohren, Ziemer (wenn dieser vertragen wird), Fellstücke, getrockneter Pansen (lüften nicht vergessen), Lefzen, Kopfplatten usw. Wer mag, kann sogar hier auf die Bioquailtät und Haltungsbedingungen schauen.

Leider gibt es auch in diesem Produktsegment Angebote auf dem Markt, die man eigentlich verbannen müsste, wie z.B. tragende Knochen (siehe linkliste unten) oder luftgetrocknete Schweineknochen. Wenn ihr mal so einen „Dinoknochen“ (meinst Oberschenkel vom Rind) bekommt, nutzt ihn gerne als Kostümteil jetzt im Karneval, verschont Euren Hund, seine Zähne und seine Verdauung mit diesem Kram. Das ist wirklich für die Tonne! Und diese Zahnputz-Stangen von bekannten Herstellern sind durch ihren Kohlehydratanteil in etwa so, als hätte wir Zucker in unserer Zahnpasta. Mit Vorsicht zu genießen sind auch getrocknete Schlundteile, die wegen ihrer Nähe zur Schilddrüse hohe Mengen Jod enthalten können, sowie Geweihteile, die schmerzhafte Haarrisse verursachen können. Kaffeholz und weiche Hölzer die extra für Hunde gewählt sind und nicht splittern sind für Kaubegeisterte auch toll – und Kalorienarm 😉

Superleckerli und Ranglisten

Wer richtig erfolgreich trainieren will, tut gut daran, zu verstehen, was der Hund oder die Katze gut findet und was so richtige Begeisterung auslöst, frei nach dem Motto „ja los, gib her, ich mach alles.“ J Dazu gibt’s zum Beispiel die Möglichkeit mal in einem Muffinblech oder ähnlichem anzurichten, was so zur Auswahl steht und zu gucken, was zuerst verputzt wird. Labradorhalter zum Beispiel, so wie ich, merken dabei aber schnell, dass die Hunde nicht unbedingt nach Vorlieben vorgehen. Genauer, wenn auch etwas zeitaufwändiger ist es, immer zwei Dinge anzubieten und so eine Rangliste zu erstellen. Linke Hand Käse, rechte Hand Wurst, beides Zeigen, aussuchen lassen. Dann linke Hand Käse, rechte Hand Pansen und wieder schauen usw. Die zwei oder drei Dinge ganz oben auf der Liste gibt es dann nur bei wirklich neuen oder schwierigen Trainings.

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